Dahme-Spreewald führt Hypothermie flächendeckend ein
Der Rettungsdienst des Landkreises Dahme-Spreewald setzt flächendeckend auf die therapeutische Hypothermie zur Versorgung von Notfallpatienten die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten haben.
Das zurzeit wirksamste Konzept zur Steigerung der Überlebensrate und des zerebralen Outcomes nach einem Herzstillstand ist die therapeutische Hypothermie (Kühlung des Patienten). Vor diesem Hintergrund gehört seit 1. Oktober 2009 das Patientenkühlsystem EMCOOLSpad® zur Ausstattung der vier Notarzteinsatzfahrzeuge in Lübben, Luckau und Königs Wusterhausen.
Die Abkühlung des Körpers auf 32 bis 34°C verbessert bei Menschen, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt wurden, die Überlebenschancen. Diese so genannte therapeutische Hypothermie gilt als eine der wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Deshalb wurde diese Therapie 2005 in die Richtlinien der Notfallmedizin nach ERC und AHA aufgenommen. Obwohl in diesen internationalen Leitlinien empfohlen, kommt sie in Deutschland noch selten zum Einsatz.
Entscheidend ist jedoch, dass es sich bei der therapeutischen Abkühlung des Patienten um eine milde Kühlung handelt. Eine zu starke Abkühlung des Körpers auf unter 32 °C führt zu Herzrhythmusstörungen. Eine Abkühlung auf eine Temperatur unter 28 °C führt zum Herzstillstand. Die Abkühlung des Körpers auf 32 bis 34 °C hat sich jedoch als sicher erwiesen.
Um den Patienten auch nach der Notfallbehandlung weiter effektiv in den Kliniken des Landkreises therapieren zu können, fand die Einführung in enger Abstimmung mit dem Klinikum Dahme-Spreewald statt. Dabei konnte der Landkreis auf umfangreiche Erfahrungen aus dem Uniklinikum Wien zurück greifen.
Mit der Einführung der Hypothermie ist Dahme-Spreewald der erste Landkreis in Deutschland, der im Rettungsdienst flächendeckend mit dem modernen System arbeitet. Die Beschaffungskosten der Erstausstattung im Rettungsdienst beliefen sich auf rund 20.000 Euro.
(Quelle: www.rettungsdienst.de)


