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Unter dieser Rubrik stellen wir Ihnen monatlich die engagiertesten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter vor.

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Tsunami-Hilfe von Hertha BSC und Rotem Kreuz

Sonne und blauer Himmel über Sumatra (Indonesien). In Teunom wehen Fahnen mit dem Berliner Bären und das Hertha BSC-Banner im Wind. Das Deutsche Roten Kreuz (DRK) aus Berlin und Herthas Kommunikationschef Peter Bohmbach sind da, lokale Würdenträger in Uniform haben sich versammelt. Unter grünem Baldachin setzen sie sich auf rote, mit goldfarbenen Kordeln verzierte Sessel und Sofas, die Schüler zur Feier des Tages auf den Rasen geschleppt haben. Mädchen in gelben und roten Trachten tanzen zu der Filmmusik von „In the mood for love“. Es gibt Früchte, Süßigkeiten und Wasser. Blauweiße Fußbälle fliegen durch die Luft, Kinder lachen. Feststimmung. Die neue Schule wird eröffnet, ein Geschenk aus Berlin.

Vor knapp vier Jahren, am 26. Dezember 2004, hatte ein schweres Erdbeben (Stärke 9,1 auf der Richterskala) und der folgende Tsunami etwa 8000 der 18000 Einwohner Teunoms getötet und sämtliche Häuser, Straßen und Anlagen zerstört. Heute stehen neue helle Gebäude mit roten Dächern für die Rückkehr zu einer Art Normalität.

Schulleiter Fuaddin, der wie die viele Indonesier nur einen Namen trägt, sagt: „Wir können hier jetzt wieder neu anfangen. Jetzt haben wir neue Hoffnung, besonders für die Zukunft unsere Kinder. Dafür danken wir Hertha BSC und dem Deutschen Roten Kreuz. Wir danken ganz Berlin.“

Die Planungen für diese Hilfe hatten in Berlin gleich nach dem Eintreffen der ersten Nachrichten und Bilder von den verheerenden Zerstörungen in Süd- und Südostasien begonnen.

Für Hertha BSC-Chef Dieter Hoeneß war damals klar: „Da müssen wir etwas tun.“ Kurz darauf begann der Bundesligaverein, blaue Bänder fürs Handgelenk mit dem Aufdruck „Berlin hilft“ zu verkaufen. Fünf Euro je Stück. Auch der Senat wollte Hilfe organisieren und rief einen Runden Tisch zusammen. Zusammen mit der Wirtschaft und etlichen Organisationen sollten rund fünf Millionen Euro an Spenden zusammenkommen.

Dieses Projekt konnte so nicht realisiert werden, aber die Herthas Aktion lief. 250 000 Euro nahm der Verein durch die Bänder ein. Über die Industrie- und Handelskammer (IHK) flossen Hertha noch einmal gut 50.000 Euro zu. Insgesamt kamen so rund 300.000 Euro für den Aufbau einer Schule oder eines Kindergartens zusammen. „Dieses Geld“, so wollte es Hoeneß, sollte „vollständig, ohne Abzüge für Verwaltungs- oder Organisationsaufwand, verbaut werden.“

Als Partner bot sich das Deutsche Rote Kreuz Berlin an. Es nahm Kontakt zu DRK-Katastrophenhelfern in Aceh auf. Rainer Otto, erfahrener Koordinator von internationalen Hilfsaktionen, reiste zur Suche nach einem geeigneten Projekt in die Provinz Aceh auf Sumatra. Sie war als erste von dem Tsunami getroffen und verwüstet worden. Auch Teunom hatte der Tsunami dem Boden gleichgemacht. „Es gab praktisch keine Wohngebäude und keine Infrastruktur mehr. Darum drängte sich der Ort für das Projekt auf“, sagt DRK-Landesgeschäftsführer Andreas Bode.

Ursprünglich hätten auch andere Organisationen in Teunom Schulen bauen wollen. Daraus sei jedoch nichts geworden. „Umso erfreulicher“, so Bode, „dass wir dieses Vorhaben zusammen mit Hertha BSC erfolgreich umsetzen konnten.“

Fast vier Jahre dauerte das Vorhaben. Die Architektin Heike Kemper hat den Aufbau in Teunom für das DRK mit organisiert. „Es gab keine Straßen, die mussten erst gebaut werden. Wir mussten Material heranschaffen, die Menschen ausbilden, ihnen beispielsweise beibringen, wie sie Beton ansetzen oder Bewehrungen herstellen. Das alles hat Zeit gekostet“, berichtet sie. Bisher seien die 240 Schüler in behelfsmäßigen Sperrholzbaracken unterrichtet worden.

Das ist jetzt vorbei. Heute rahmt ein gutes Dutzend Unterrichts- und Verwaltungsgebäude das Schulgelände ein, die einfach gehaltenen Räume sind mit braunen Holzstühlen- und Tischen für jeweils rund 40 Schüler ausgestattet. Zur Eröffnung sagt Azhar Abdurrahman, der als Bupati in etwa die Funktion eines Landrates innehat: „Mit dieser Schule können wir jetzt nach vorne blicken und die Ausbildung unserer jungen Menschen weiter verbessern.“

Zu denjenigen, die die Senior High School (vergleichbar mit einer Gesamtschule) besuchen, gehört Ikhsan Fahmi. Der 16jährige hatte den Tsunami knapp überlebt. „Ich hatte ein Grollen gehört und bin dann einfach auf einen der Hügel gerannt.“ Dieser Instinkt rette ihm das Leben.

Heute hat Fahmi, dessen Lieblingsfächer Englisch, Mathematik und Biologie sind, einen Traum: Er möchte studieren, „für einen Beruf in der Medizin“.

Während Fahmi erzählt, lädt der Bupati in das Hauptgebäude zu einem Essen ein. Die Schüler schnappen sich schon die Fußbälle und Trikots, die Herthas Kommunikationschef Peter Bohmbach mitgebracht hat. Kurze Zeit später spielen zwei Mannschaften gegeneinander: Eine in Herthas traditioneller blau-weißer Tracht, die anderen im schwarzen Dress. Mittendrin läuft und schwitzt als Schiedsrichter Berlins DRK-Chef Bode. Schulleiter Fuaddin lacht und sagt: „Die Jungs lieben Fußball. Die kennen die Bundesliga, und vor allem fast jeden Spieler von Hertha BSC. Viele träumen davon, irgendwann einmal nach Berlin reisen zu können.“

Von Berliner Seite soll die Partnerschaft mit der Schuleröffnung ebenfalls nicht beendet sein. DRK-Landesgeschäftsführer Bode will den Kontakt zur Schule in Teunom nach der Eröffnung nicht abreißen lassen. Das gilt auch für Hertha BSC. „Wir werden die Verbindung nach Teunom weiter halten und die Entwicklung der Schule begleiten. Das liegt uns sehr am Herzen“, so Hoeneß. Wie die weitere Hilfe genau aussehen werde, sei noch offen, es gebe dazu aber schon eine Reihe von Ideen.

(Quelle: drk-berlin.de)

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